Donnerstag, 12. Dezember 2013

Corina Bomann - Eine wundersame Weihnachtsreise



Corina Bomann – Eine wundersame Weihnachtsreise









Die Studentin Anna kann Weihnachten nicht ausstehen. Schon vor vielen Jahren hat sich der Zauber von Weihnachten für sie verflüchtigt. Seit sie nicht mehr zu Hause wohnt, hat sie sich angewöhnt, über Weihnachten zu vereisen. Sie mag nicht mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihrem Halbbruder feiern. Sie mag gar nicht feiern. Doch dieses Jahr fragt ihr kleiner Bruder sie, ob sie nicht kommen kann. Und da sie noch keine Reise gebucht hat, beschließt sie, Weihnachten mal wieder mit ihrer Familie zu verbringen. Eine Entscheidung, die einiges verändern wird.
Am 23. Macht sie sich auf den Weg zu ihrer Familie nach Berlin. Aber sie schläft im Zug ein und wacht erst in Binz wieder auf. Es ist spät, es hat geschneit, es fahren keine Züge mehr und der Akku ihres Handys ist leer. Wie soll sie jetzt nach Berlin kommen? Ihre Familie macht sich sicher schon Sorgen um sie!
Ein Schneepflugfahrer bietet an, sie mitzunehmen, und so beginnt ihre wundersame Reise. Eine Reise, auf der einiges schief geht. Eigentlich alles, was schief gehen kann. Pannen, Zollkontrollen, verpasste Züge, Anna kämpft sich von einer Mitfahrgelegenheit zur nächsten und kommt trotzdem nur sehr langsam voran. Schafft sie es rechtzeitig bis Heiligabend zu ihrer Familie?

Ich muss gestehen, am Anfang war mir Anna recht unsympathisch, ich konnte keinen richtigen Draht zu ihr aufbauen. Aber mit der Zeit habe ich sie dann doch ins Herz geschlossen. Und auch wenn ich sie nicht gleich mochte, die meisten ihrer Reisebekanntschaften habe ich von der ersten Sekunde geliebt. Vor allem die drei alten Damen, die Anna trifft, kann man eigentlich nur in sein Herz schließen. Drei Omas, vergessen von ihrem Reisebus, berichten aus ihrem Leben im Heim und von ihrer Vergangenheit. Sie sinnieren über Weihnachten und bringen auch Anna zum Nachdenken. Überhaupt macht Anna an dem Tag, den sie unterwegs ist, eine ziemliche Wandlung durch. Nach und nach taucht sie in ihre eigene Vergangenheit ein und ergründet ihren Hass auf Weihnachten. Und so ist die Reise nicht nur eine Reise zu ihrer Familie, sondern auch eine zu ihr selbst.

Die Sprecherin Elena Wilms trägt das Hörbuch sehr gekonnt vor. Sie nimmt einen mit auf die wundersame Reise und ihre Stimme passt gut zu der jungen Anna. Aber auch allen anderen Charakteren verpasst sie die richtige Klangfarbe. Da macht das Lauschen richtig Spaß.
Das Hörbuch ist übrigens gekürzt. Aber mir kam es nicht so vor, als ob etwas Wesentliches fehlt. Mit etwa 5 Stunden Laufzeit hat es meiner Meinung nach eine gute Länge, um es an einem Adventswochenende oder vielleicht auch auf dem Weg in den Weihnachtsurlaub zu hören. Aber Vorsicht, nicht, dass das Reisepech von Anna sich auf den Lauscher überträgt. Ich bin eigentlich ganz froh, es sicher auf dem gemütlichen Sofa gehört zu haben!

Eine wirklich wundersame Reise, im wörtlichen und übertragenen Sinne, bei der ich einige Zeit brauchte, um mit ihr warm zu werden, die sich dann aber als wunderschön erwies. Ich wünsche dieser Geschichte viele Hörer, die Anna auf diesem Roadtrip begleiten und mit ihr zusammen über die Bedeutung von Weihnachten nachdenken!

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