Dienstag, 3. Juni 2014

Kristina Steffan - Land in Sicht



Kristina Steffan - Land in Sicht
  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Diana Verlag 
  • ISBN-13: 978-3453357785












Charlotte Ellenberg - genannt Lotta - ist ein ziemlicher Kontrollfreak.Sie hasst Veränderungen und liebt Listen. Leider ist sie da die Einzige in ihrer ziemlich verrückten Familie. Ihre Mutter betreibt eine Pension in Thailand, wo sie sich um die Auren der Gäste kümmert, meditiert und jede Menge Räucherstäbchen verbraucht, und Lottas kleine Schwester Lea, die Lotta nach dem Verschwinden des Vaters (er kehrte niemals von der Ostsee zurück) praktisch alleine aufgezogen hat, ist immer dagegen und scheint keinen wirklichen Plan zu haben, was sie will. 
Als die Oma von Lotta und Lea stirbt und beiden Schwestern ihr Haus unter der Bedingung hinterlässt, dass sie es renovieren und 1 Jahr lang gemeinsam bewohnen, beginnt für Lotta eine schwierige Zeit. Eine Zeit voller Veränderungen, in der sie mit unfähigen Handwerkern kämpfen, die Beziehung zu ihrer Schwester überdenken und auch an ihrer Angst vor Beziehungen arbeiten muss.

Der Untertitel des Buches lautet "Das Glück schmeckt nach Äpfeln und Schokolade". Und das trifft es eigentlich ziemlich gut. Warum, das kann ich hier nicht verraten, aber der Untertitel passt. Der eigentliche Titel  übrigens auch, denn von Kiel geht es für die Ellenberg-Schwestern nach Droggendiel - ein kleines Dorf voller neugieriger Nachbarn, seltsamer Bräuche aber auch voller Hilfsbereitschaft.

Die Protagonisten sind sehr sympathisch, wenn auch nicht wirklich normal. Lotta und Lea hatten es in ihrem Leben nicht leicht. Sie sind mit der etwas sonderbaren Kindheit sehr verschieden umgegangen und haben deswegen auch ziemliche Probleme, miteinander auszukommen. Lotta, die viel zu früh Verantwortung tragen musste, muss immer alles unter Kontrolle haben, alles entscheiden und bestimmen. Das macht es für Lea und auch alle anderen natürlich nicht leicht, mit ihr klarzukommen. Lea begann deshalb früh damit, aus Prinzip dagegen zu sein und hat längst kein so organisiertes und strukturiertes Leben wie ihre Schwester. Die beiden zusammen in einem Haus, das kann nur zu Reibereien führen. Und diese Reibereien darf man als Leser also mitverfolgen. Mal ernst, mal amüsant bietet das Buch unterhaltsame Stunden. Es ist kein oberflächlicher chick-lit, dafür werden zu viele ernste Themen behandelt, entwickeln sich die Figuren zu stark und setzen sich mit ernsthaften Problemen auseinander. Trotzdem liest es sich locker und leicht und man möchte gar nicht mehr auftauchen aus dem Leben der Schwestern und aus Droggendiel, dem sympathischen kleinen Dorf.
Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz in dem Buch, und wie sollte es anders sein, auch hier läuft nicht alles glatt. Wäre ja auch langweilig sonst.

Insgesamt ist es ein Buch, das mich auf ganzer Linie überzeugt hat. Kristina Steffan schafft es immer wieder, dass ihre Figuren mein Herz erobern. Ich freue mich jetzt schon auf jedes weitere Buch aus ihrer Feder! 

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