Montag, 10. April 2017

Gabriella Engelmann – Strandfliederblüten



Gabriella Engelmann – Strandfliederblüten
Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Knaur TB
ISBN-13: 978-3426520710











Juliane ist Ende 30, als ihr Leben ordentlich durcheinandergewirbelt wird. Ihr Freund hat sie belogen, ihr Job als Redaktionsleiterin einer Frauenzeitschrift ist in Gefahr, und dann stirbt auch noch ihre Großmutter, von deren Existenz sie gar nichts wusste, und vererbt ihr einen Leuchtturm auf einer Hallig. Was soll die Hamburger Großstadtpflanze mit einem Leuchtturm anfangen? Und warum vererbt ihr die unbekannte Großmutter ihn überhaupt? Warum blockt ihre Mutter alle Fragen ab? Ob Juliane Antworten auf diese Fragen findet, wenn sie nach Fliederoog fährt und sich ihr Erbe einmal anschaut?

Der neue Roman von Gabriella Engelmann entführt den Leser mal wieder an die wunderschöne Nordsee. Dort liegt die fiktive Hallig Fliederoog nämlich, gegenüber von Föhr, umgeben von Halligen wie Hooge und Langeneß. Fliederoog ist eine kleine Hallig, nur zwei Warften, entsprechend wenig Bewohner. Für eine Frau aus der Großstadt ist es eine ganz neue Welt. Aber kann Juliane sich wirklich vorstellen, das Erbe anzunehmen? Was soll sie mit einem Leuchtturm, dem dazugehörigen Haus und einem vermieteten Bauernhof machen? Kann sie die Einsamkeit der Hallig überhaupt ertragen?

Bei einem ersten Besuch auf der Hallig wird sie schnell von der Natur bezaubert. Und nicht nur Juliane wird von der Hallig in ihren Bann gezogen, auch ich habe mir alles gleich sehr gut vorstellen können und bekam Sehnsucht nach Fliederoog. Ich muss ehrlich sagen, ich bin nicht überzeugt davon, auf einer Hallig leben zu können, aber wenn man eine Auszeit braucht, einfach einmal entspannen möchte, dann ist ein Halligaufenthalt sicher ideal.

Das merkt auch Juliane, die schon ihr ganzes Leben lang Schwierigkeiten hat zu entspannen. Alle Meditationsversuche schlugen fehl, sie konnte sich nie darauf einlassen, ihre Gedanken kreisten unaufhörlich. Etwas, was es für mich noch einfacher gemacht hat, mich mit der Protagonistin zu identifizieren, scheiterte ich doch bereits in der Grundschule an Traumreisen, konnte mich darauf nicht einlassen. Auf Fliederoog und auch mit Hilfe von Tipps einer MBSR-Trainerin zum Thema Achtsamkeit findet Juliane langsam wieder zu sich selbst. Und nach und nach taucht sie in die Geheimnisse ihrer Familie ein. Die wortkargen Halligbewohner sind dabei nur manchmal eine Hilfe, aber als Leser konnte ich gar nicht anders als diese zum Teil etwas kauzig wirkenden aber doch herzensguten Menschen in mein Herz zu schließen.

Die Geschichte rund um Juliane hat bei mir ein total wohliges und heimeliges Gefühl erzeugt. Ich habe das Buch recht langsam gelesen, bin tief hineingetaucht in die Geschichte, habe sie genossen, immer wieder innegehalten, nachgedacht und geträumt. Das Buch ist für mich etwas ganz Besonderes, irgendwie hat es mich tief in meinem Herzen berührt.

Für mich ist es eine Geschichte, die eine wunderbare Schilderung einer – wenn auch leider fiktiven – Hallig bietet, die in jedem Satz Liebe für die Nordsee und ihre Bewohner ausstrahlt, die einen aber vor allem auch zum Innehalten und Nachdenken bringt. Eine beeindruckende Geschichte, die mich inspiriert hat, mir Mut macht und die bei mir eine ganz wunderbare beruhigende positive Stimmung hinterlassen hat!

Als Extras gibt es hinten im Buch übrigens noch Entspannungs- und Achtsamkeitstipps und außerdem gibt es ein extra Lied zum Buch, Bring mich zurück zu mir (Leuchtturm), das Gabriella Engelmann zusammen mit Ticos Orchester eingesungen hat.

Ich bin schon sehr gespannt darauf, sie bei der Premierelesung im Mai live singen zu hören und ich freue mich darauf, bei dieser Gelegenheit noch einmal in die Welt der Strandfliederblüten abzutauchen. Denn eins ist klar, so bald loslassen wird mich die Geschichte sowieso nicht, dafür habe ich mich viel zu wohl in ihr gefühlt!



Samstag, 8. April 2017

Dorothea Böhme – Ein Dorf zum Verlieben



Dorothea Böhme – Ein Dorf zum Verlieben












10 Jahre ist es her, dass Richard nach dem Abitur aus dem kleinen Dorf seiner Kindheit wegzog und seine Beziehung mit Wanda zerbrach. Die kam seitdem nie wirklich über ihn weg und versteht einfach nicht, warum er nie auf ihre Briefe geantwortet hat.
Seitdem hatte sie zwar einige Beziehungen, aber niemand kam an Richard heran.

Das ganze Dorf findet, dass es an der Zeit ist, dass Yogalehrerin Wanda Richard endlich vergisst. Und ausgerechnet da kehrt Richard für einige Wochen in das Dorf seiner Kindheit zurück. Ehe er seine Facharztausbildung in der Schönheitsklinik seines zukünftigen Schwiegervaters beginnt, nimmt der frischgebackene Arzt eine Urlaubsvertretung im Dorf seiner Kindheit an. Seine Verlobte findet das bescheuert. Und schnell bekommt Richard das Gefühl, dass sie recht hat. Die Dorfbewohner benehmen sich komisch. Und Wanda bekommt er auch nie zu sehen. Wenn er sich nach ihr erkundigt, bekommt er die seltsamsten Antworten. Er kann ja nicht ahnen, dass die Dorfbewohner sich gegen ihn verschworen haben und beschlossen haben, dass Wanda auf keinen Fall erfahren darf, dass er wieder da ist.

Das Buch schildert das herrlich skurrile Leben in dem kleinen Dorf. Manches ist vielleicht etwas übertrieben, aber so entwickeln sich viele komische Situationen. Hauptsächlich verantwortlich sind dafür Wandas Großmütter, eine überkorrekt und steif, die andere hippiemäßig, Drogen nicht abgeneigt und immer auf der Suche nach einem Liebhaber und Spaß. Die beiden können sich nicht leiden, aber um Wanda zu schützen, tun sie sich zusammen, was unweigerlich zu witzigen Situationen führt.

Mir persönlich hat es etwas zu lange gedauert, bis Wanda und Richard endlich aufeinander trafen, aber die Lektüre war wirklich sehr unterhaltsam. Genau das richtige Buch für einen sonnigen Nachmittag. Locker-leicht und sympathisch, ideal zum Abschalten und Entspannen! 

Mittwoch, 5. April 2017

Janne Mommsen – Seeluft macht glücklich


Janne Mommsen – Seeluft macht glücklich













Jasmin ist Mitte 30 und lebt in Köln. Ihre Arbeit in der Verwaltung des katholischen Krankenhauses bestimmt ihr Leben, viel Freizeit hat sie nicht. Und wenn sie doch mal frei hat, dann igelt sie sich zuhause ein. Wirklich glücklich ist sie nicht, das gesteht sie sich allerdings nicht ein.

Thore lebt auf Föhr, hat nach der Trennung von seiner langjährigen Freundin allerdings das Problem, dass sie ihm immer wieder über den Weg läuft. So eine Insel ist klein und sie haben den gleichen Freundeskreis, da lässt sich das nicht vermeiden. Wie soll er so über sie hinwegkommen?

Als Jasmin zusammenbricht und eine mehrwöchige Auszeit verordnet bekommt, fährt sie spontan nach Föhr. Dort war sie als Jugendliche zur Kur, dort fand sie ihre erste Liebe, Sönke, ein Betreuer im Kurheim, der nichts von ihrer Schwärmerei wusste. Vielleicht ist Sönke noch da? Auf jeden Fall kann ihr eine Auszeit nicht schaden.
Als sie auf Föhr auf Thore trifft, beschließen sie, für einige Zeit die Wohnungen zu tauschen. Und so bleibt Jasmin auf Föhr und blüht nach und nach auf. Thore dagegen versucht, sich in Köln darüber klarzuwerden, was er will. In der fröhlichen Rheinmetropole muss man schließlich auf andere Gedanken kommen können.

Ich mag die Bücher von Janne Mommsen, dieses hier aber besonders gern. Das letzte Buch von ihm, „Zwischen den Bäumen das Meer“, war recht melancholisch. Dieses hier behandelt durchaus auch schwierige und traurige Themen, strahlt dabei aber totale Lebensfreude aus.

Schon den Titel finde ich toll, und mich macht nicht nur Seeluft sondern auch dieses Buch glücklich!
Es wird abwechselnd die Geschichte von Jasmin und Thore erzählt, und beide haben mir sehr gut gefallen. Thore ist total sympathisch, und es war amüsant, mitzuverfolgen, wie sich der bodenständige wortkarge Friese mitten im Rheinland schlägt. Dabei lernt er ganz neue Seiten an sich kennen.

Mit Jasmin konnte ich mich total gut identifizieren, ihr war ich besonders nah, und so habe ich natürlich mitgefiebert, wie sie ihren Weg geht. Beim Lesen bekommt man nach und nach mit, wie sie aufblüht.

Neben den sympathischen Hauptfiguren gibt es in der Geschichte auch tolle Nebenfiguren. In Köln sind das vor allem ein Priester und eine Kioskbesitzerin, auf Föhr ist es eine alte Dame, die für mehr Nachwuchs auf Föhr sorgen möchte und deswegen Touristen mit Einheimischen verkuppeln will. Gerade diese Nebenfiguren sind es, die die Geschichte so lebendig und charmant machen.
„Seeluft macht glücklich“ bietet eine tolle Mischung aus ernsten Themen und Lebensfreude. Themen wie Krankheit und Tod spielen eine Rolle, aber die Grundstimmung ist positiv, das Buch hinterlässt einen mit einem wohligen Gefühl. Es regt zum Nachdenken an und weckt natürlich die Meersehnsucht. Wie gut, dass es für mich dieses Jahr noch nach Föhr geht und ich auf Jasmins spuren wandeln kann. Wer vorher nicht hinwollte, der wird es nach der Lektüre dieses Buches bestimmt wollen, denn Föhr strahlt einfach so viel Lebensfreude aus.


Das Buch hat mich wirklich beeindruckt und ist zu meinem Lieblingsbuch von Janne Mommsen geworden. Lasst auch ihr euch nach Föhr und Köln entführen, kommt mit an den Strand, in Krankenhäuser und in rheinische Kneipen, lasst euch in den Bann ziehen von Frohsinn, aber auch von ernsten Themen, begleitet Jasmin und Thore auf ihren Wegen!  

Sonntag, 2. April 2017

C. J. Daugherty und Carina Rozenfeld – Secret Fire – Die Entfesselten



C. J. Daugherty  und Carina Rozenfeld – Secret Fire – Die Entfesselten
  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Oetinger 
  • ISBN-13: 978-3789133404
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Übersetzer: Peter Klöss






Band 2 der Dilogie rund um die Jugendlichen Sacha und Taylor beginnt genau dort, wo der erste Band endete. In Oxford trainiert Taylor ihre besonderen Fähigkeiten und Sacha sucht fieberhaft in der Bibliothek nach Informationen über den Fluch, der ihn am 18. Geburtstag sterben lassen wird. Viel Zeit bleibt den beiden nicht mehr, und auch wenn sie viel Hilfe haben, so ist es doch mehr als ungewiss, ob sie den Fluch brechen und ihren Gegner besiegen könne. Zumal der Gegner zu unglaublichen Sachen fähig zu sein scheint…

Das Lesen von Band 1 war eine Weile her, trotzdem war ich schnell wieder in der Geschichte drinnen. Die Welt von Sacha und Taylor hat mich gleich wieder eingesaugt und ich habe mit den zwei sympathischen Jugendlichen mitgefiebert.

Die Geschichte ist wieder voller Action und wirklich spannend, trotzdem hatte ich bei diesem Teil das Gefühl, dass es ein paar Längen gab. Das liegt vermutlich einfach daran, dass nicht mehr alles so neu und spannend war. Dazu kommen Passagen mit Recherche in der Bibliothek und Motorradfahren quer durch Frankreich, die unbedingt notwendig für die Geschichte sind, in denen aber wenig passiert.

Trotzdem hat mich das Buch wirklich in seinen Bann gezogen und ich wollte unbedingt wissen, wie es endet.

Ganz toll war natürlich, dass meine Lieblingsnebenfigur aus dem ersten Band auch hier wieder eine große Rolle spielt und man mehr über sie erfährt.
Allgemein entwickeln sich die Figuren in dem Buch weiter und man schließt sie beim Lesen noch stärker in sein Herz.


Das Ende kommt ziemlich abrupt, aber sehr passend und es werden eigentlich alle Fragen geklärt, die man sich während der zwei Bände stellt. Ein rundes Ende für eine tolle Story. Fand ich Band 1 auch etwas stärker als Band 2, so kann ich auch dieses Buch nur empfehlen. Wer Band 1 gelesen hat, muss ja sowieso zu den Entfesselten greifen, um zu erfahren, wie alles ausgeht. Aber wer noch überlegt, ob er überhaupt mit der Reihe anfängt, dem kann ich sagen: Tu es! Wer fantastische Jugendliteratur mit toughen Helden mag, der sollte hier zugreifen. Denn Daugherty kann einfach mit spannenden Geschichten und ihrem sarkastisch-witzigen Schreibstil überzeugen! 

Samstag, 25. März 2017

Paul Burghardt - Wayne McLair 1: Der Meisterdieb



Hörspiel-Download: 73 Minuten 
Label: Maritim (Highscore Music)








London im Jahr 1889. Nach 10 Jahren kehrt der Dieb Wayne McLair zurück nach London. Inzwischen ist er ein berühmt-berüchtigter Meisterdieb, und nun beginnt er Scotland Yard aufzumischen.

Ein angekündigter Diebstahl schreckt den Yard auf, doch schnell hat Wayne nicht nur Inspector O’Neill gegen sich aufgebracht, sondern auch Aidan Quinn, den erfolgreichsten Kopfgeldjäger Londons. Dann ist da noch Slypher, der Schutzgeld von McLairs Ziehmutter erpresst, das kann dieser natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Und so beginnt der gerissene Dieb einen Plan auszuführen, mit dem er alle an der Nase herumführen will. Doch kann er wirklich sowohl Scotland Yard als auch den besten Kopfgeldjäger der Stadt austricksen?

Der Meisterdieb ist die erste Folge der Hörspielreihe Wayne McLair. Ursprünglich entstand diese Reihe bei hoertalk.de als reines Hobbyprojekt. 5 Folgen sind dort bereits erschienen, nun werden diese neu vertont und erscheinen zusammen mit neuen Folgen bei Maritim.

Ich kenne McLair daher bereits seit 2012 und habe ihn in mein Herz geschlossen. Nun wird er professioneller, verliert dabei aber nichts von seinem Charme und Witz.
Die Qualität der Hörspiele ist bei hoertalk.de hoch, konnte durch die Neuaufnahme aber noch einmal deutlich gesteigert werden. Mit gleichmäßigen professionellen Aufnahmebedingungen, richtiger Regie und einem professionellen Mastering wurde das Hörspiel perfektioniert.

Ich bin mehr als 4 Jahre nach dem letzten Hören der ersten Folge erneut in die Welt des McLairs eingetaucht und war sofort wieder begeistert und gefangen. McLair muss man einfach lieben, er ist charmant und witzig, ein Gauner durch und durch. Auch wenn er eigentlich zu den Bösen gehört, kann man ihm nicht böse sein (also, außer man ist Inspector bei Scotland Yard, Kopfgeldjäger oder Unterweltsboss ;) ). Das liegt wohl auch daran, dass McLair so gewitzt vorgeht und dabei keinem Menschen etwas zuleide tut. Er ist ein Gauner, der Freude daran hat, mit seinen Gegnern zu spielen. So taucht er mal als falscher Kommissar und mal als berühmter Zauberer auf, kündigt seine Taten an und hinterlässt dann auch noch eine Visitenkarte. Ob ihn irgendwann einmal sein Glück verlassen wird? Ich hoffe doch nicht, denn ich will noch viele Folgen über ihn hören. Wobei, um es mit Waynes Worten zu sagen: Das ist kein Glück, das ist irisch. Und so wird es hoffentlich auch nie vergehen!

Die Geschichte rund um Wayne McLair ist eine Abenteuergeschichte mit Steampunkeinschlag. Sie hat das Flair von einer historischen englischen Detektivgeschichte, ist dabei unglaublich witzig und einfach charmant.

Beim ersten Hören wird man vielleicht etwas erschlagen von den vielen Personen und Handlungssträngen, manche Nebenschauplätze werden angeschnitten, die erst in künftigen Folgen eine größere Rolle spielen werden, und viele Personen und ihre Beziehungen zueinander werden vorgestellt. Da das Ganze aber immer unterhaltsam geschieht, sollte man sich einfach darauf einlassen und sich in die bunte Welt von McLair, seiner Familie und seinen Gegnern stürzen.

Ich freue mich auf die weiteren Folgen über Wayne McLair und wünsche ihm gelungene Raubzüge und Erfolg bei seiner privaten Mission!

Montag, 13. März 2017

Antje Szillat - Tessa: Entscheidung des Herzens



Antje Szillat -  Tessa: Entscheidung des Herzens

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Coppenrath
  • ISBN-13: 978-3649622079
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre








Als das Pony Carlos sich bei einem Ausritt verletzt, ist die 13jährige Tessa untröstlich. Nie wieder will sie reiten, denn das wäre doch Verrat an ihrem Pony. Da Carlos jetzt weiter entfernt steht, auf einem Hof, der die idealen Bedingungen für ihn bietet, kann Tessa ihn leider kaum noch sehen.
Natürlich vermisst sie den Umgang mit Pferden. Aber ihr Herz  für ein anderes Pferd öffnen, das kann sie erst, als sie zufällig auf Ronja trifft. Die Hannoveraner-Stute ist traumatisiert, sie lässt sich schwer reiten und erschrickt ständig. Doch für Tessa ist es Liebe auf den ersten Blick. Kann sie ihre Eltern davon überzeugen, dass sie dieses Pferd braucht? Und ist sie überhaupt in der Lage ein so schwieriges Pferd zu reiten? Auch wenn sie talentiert ist, so wird schnell klar, dass die Aufgabe, sich Ronjas Vertrauen zu erarbeiten, nicht einfach ist. Ist sie vielleicht doch eine Nummer zu groß für die junge Tessa?

Auch wenn ich selber nie geritten bin, mag ich Pferderomane sehr gerne. Und dieser hier ist einer, bei dem man merkt, mit wie viel Liebe zum und Ahnung vom Pferd er geschrieben wurde. Antje Szillat ist selber begeisterte Reiterin und hat Erfahrungen mit einem schwierigen Pferd gesammelt. Das merkt man der Geschichte an, sie ist total authentisch. Kleine Pferdenärrinnen können beim Lesen vielleicht noch etwas lernen, das Buch ist aber keineswegs belehrend. Es vermittelt einfach nebenbei, worauf es bei Pferden ankommt, zeigt auf, wie viel Arbeit aber auch wie viel Freude Pferde machen und erzählt eine spannende Geschichte, in die sich junge Mädchen gut hineinversetzen können.

„Entscheidung des Herzens“ ist der erste Band rund um Tessa und ihre Pferde, wir können uns also noch auf viele weitere Abenteuer freuen.  

Freitag, 10. März 2017

Rainer Wekwerth – Camp 21: Grenzenlos gefangen



Rainer Wekwerth – Camp 21: Grenzenlos gefangen





Mike und Kayla sind eigentlich ganz normale Jugendliche. Durch eine Verkettung von Ereignissen landen sie aber in einem Erziehungscamp. Nach kurzer Zeit werden sie aus einem normalen Camp in das Camp 21 verlegt. Dort sind immer zwei Jugendlichedurch ein elektronisches Armband aneinander gefesselt. Sie können sich nicht weit voneinander enRtfernen, sonst empfangen sie unglaubliche Schmerzen. Doch was geschieht noch im Camp 21?

Camp 21 ist ein spannender Jugendroman, in dem Rainer Wekwerth mal wieder zeigt, dass er es schafft, Leser zu fesseln. Ich war auf jeden Fall gleich gefangen von der Geschichte rund um Kayla und Mike. Am Anfang liest sich alles noch wie ein recht normaler Bericht über ein Bootcamp. Kayla und Mike kommen beide relativ unverschuldet in dieses Erziehungscamp, auch wenn beide sicher keine Engel sind. Klar haben sie nicht alles richtig gemacht, aber ein Erziehungscamp erscheint doch als übertriebene Maßnahme. Und genau deswegen haben die Beiden auch gleich mein Herz gewonnen, waren mir sympathisch und ich habe mit ihnen mitgefiebert.

Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto spannender und geheimnisvoller wird sie. Es wird schnell klar, dass irgendetwas im Camp 21 nicht stimmt. Was genau und warum? Nun, um das zu erfahren, muss man selbst eintauchen in die Geschichte.

Ich kann sagen, das lohnt sich, denn ich fühlte mich von dem Hörbuch, das Mark Bremer eindrucksvoll eingelesen hat, von der ersten bis zur letzten Minute gut unterhalten. Nicht alles ist ganz logisch, und manches ging vielleicht etwas zu schnell, aber insgesamt habe ich die Geschichte zufrieden beendet. Auch wenn ich am Schluss gerne noch mehr über die Hintergründe erfahren hätte, so ist das Ende doch wirklich gelungen. Nachdem ich mit dem Ende der Labyrinth-Reihe von Rainer Wekwerth so meine Probleme hatte, hatte ich hier etwas Bedenken. Aber nein, das Ende ist nicht offen und wirklich zufriedenstellend.

Insgesamt ein spannender Jugendroman, dem ein paar Seiten mehr um mehr in die Tiefe bei den Hintergründen und den einzelnen Charakteren gehen zu können, gut getan hätten, der aber auch so eine rasante eindrucksvolle Geschichte bietet.

Eine Geschichte, die eine Sogwirkung auf mich hatte, so dass ich das Hörbuch in kürzester Zeit verschlungen hatte.  

Dienstag, 7. März 2017

Nina Weger – Club der Heldinnen: Entführung im Internat



    Nina Weger – Club der Heldinnen: Entführung im Internat
  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Oetinger 
  • ISBN-13: 978-3789104657
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 9 - 11 Jahre











Das Matilda Imperatrix ist eine ganz besondere Schule: Das Internat ist für Mädchen mit außerordentlichen Fähigkeiten. Und so tummeln sich hier Mädchen aus der ganzen Welt, die alle besondere Talente haben.
Pina, die von den Indianern abstammt, ist z.B. eine begabte Naturforscherin, und Flo, ihre beste Freundin und Spross einer alten Rittersfamilie, ist eine phantastische Planerin.
Die beiden Fünftklässlerinnen freuen sich schon auf die jährlich stattfindenden Geländespiele, bei denen man in Gruppen Geschicklichkeit und Ausdauer beweisen, sich durch unwegsames Gelände kämpfen und kniffelige Aufgaben lösen muss. Pina und Flo wollen endlich gewinnen. Die letzten Jahre sind sie knapp gescheitert, weil sie Flos kleine Schwester Charly mit im Team hatten.
Flo sollte sich also eigentlich freuen, dass Charly dieses Jahr in das Team von Pinas und ihrer neuen Zimmergenossin will. Doch irgendwie hat Flo kein gutes Gefühl dabei. Sie traut Blanca nicht richtig.
Und tatsächlich erfüllt sich ihre dunkle Vorahnung. Bei den Geländespielen verschwindet Charly. Was ist passiert? Können Pina und Flo Charly retten? Zähneknirschend muss Flo sich eingestehen, dass dieses nur mit Blancas Hilfe gelingen kann.

Ich habe schon als Kind Bücher geliebt, die im Internat spielen. Und hätte es damals schon den Club der Heldinnen gegeben, dann hätte ich mich wohl ins Matilda Imperatrix geträumt statt in ein normales langweiliges Internat.

Da es der erste Band rund um dieses besondere Internat ist, muss man natürlich erst einmal die Figuren und auch die Besonderheiten der Schule kennenlernen. Das passiert aber nebenbei, ohne dass Langeweile aufkommt. Langeweile ist auch schwierig bei so interessanten Charakteren. Hauptsächlich zu tun hat man es mit Pina, Flo und Blanca, drei sehr unterschiedlichen Mädchen. Dass sie so verschiedene Herkünfte und Hintergründe haben, merkt man in jeder ihrer Unterhaltungen. Während Pina mit Indianerweisheiten um sich wirft, flucht Blanca wie ein Pirat.
Neben den drei Mäcdhen erfährt man nur wenig von den anderen Schülerinnen, am meisten noch von Cilly und Lilly, zwei Zicken, die Flo und Pina nicht leiden können und sie bei regelwidrigen Verhalten (und das ist die Spezialität der Freundinnen, wer bleibt schon in der Burg, wenn man auch heimlich aus dem Fenster klettern kann?) erwischen wollen. Ein paar weitere Fünftklässler und auch Lehrer lernt man flüchtig kennen, und das was man von der bunten Truppe mitbekommt macht neugierig auf mehr. Ich nehme mal an, das eine oder andere Mädchen und vielleicht auch manche Lehrer werden in weiteren Abenteuern noch eine größere Rolle spielen.

Zum Kennenlernen ist es aber gut, dass sich die Geschichte eigentlich nur auf Blanca, Pina und Flo konzentriert. Statt langer Beschreibungen landet man schnell mitten im Abenteuer, und in was für einem!
Die Geschichte ist lustig und spannend und macht einfach ganz viel Spaß! Ich habe mich wohl gefühlt beim Lesen, habe die Mädchen gerne auf ihrem Abenteuer begleitet, mit ihnen gebangt und gerätselt und hoffe, es werden noch viele Bände folgen!


Mädchen und auch Jungs ab 9 werden sicher viel Freude beim Lesen dieses Buches haben. Und falls die Kids lieber vorgelesen haben wollen: Hier haben auch Erwachsene Spaß!  

Samstag, 4. März 2017

Davide Morosinotto - Die Mississippi-Bande: Wie wir mit drei Dollar reich wurden


  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Thienemann Verlag 
  • Übersetzer: Cornelia Panzacchi
  • ISBN-13: 978-3522184557
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre










Die vier Jugendlichen TeTrois, Eddie, Julie (genannt Joju) und ihr kleiner Bruder Tit sind zum Ärger ihrer Eltern dicke Freunde. Wann immer sie können, treffen sie sich heimlich in den Sümpfen. Zusammen sind sie die Mississippi-Bande, und sie kennen sich gut aus im Bayou.
Als sie beim Angeln eine Dose mit 3 Dollar finden, was Anfang des 20. Jahrhunderts richtig viel Geld war, beschließen sie, etwas aus dem berühmten Versandhauskatalog, den jeder Haushalt hat, zu bestellen. Und damit beginnt ein großes Abenteuer.

Dieses Abenteuer führt die vier Freunde quer durch Amerika nach Chicago. Sie sind so mancher Gefahr ausgesetzt und erleben richtig viel. Manchmal zu viel, bzw. alles wird irgendwie nur kurz angerissen und schon geht es weiter. Viele Themen sind in das Buch gesteckt, viele Probleme werden erwähnt, aber vieles eben nur kurz. Manchmal habe ich mich schon gefragt, warum es dann überhaupt erwähnt wird (z.B. bei Jojus erster Regelblutung, die kurz Thema ist, dann aber nicht mehr erwähnt wird, dabei müsste sie ja durchaus länger als 5 Minuten bluten). Und manchmal hätte ich einfach gerne mehr über die Hintergründe erfahren, z.B. mehr über die Besserungsanstalt, in der Joju im Laufe der Geschichte landet.
Vieles ging auch irgendwie zu glatt in dem Buch. Aber trotzdem war ich gut unterhalten.

Allerdings muss ich sagen, mit dem ersten Teil tat ich mich schwer. Das Buch ist in vier Abschnitte unterteilt. Drei dickere, die die eigentliche Geschichte erzählen, wobei der erste Abschnitt aus der Sicht von TeTrois, der zweite aus der Sicht von Eddie und der dritte schließlich von Joju erzählt wird. Der letzte Abschnitt ist viel kürzer, er spielt viele Jahre nach dem Abenteuer und hier berichtet der autistische schwarze Tit.

Den vierten Abschnitt hätte ich nicht gebraucht, oder zumindest nicht in dieser Form und Länge, ein kurzer Rückblick auf das, was nach dem dritten Abschnitt geschah, hätte gereicht. Zumal man hier nicht alles erfährt, was mich interessiert hätte, zu gerne hätte ich hier auch mehr darüber gewusst, wie es mit den Familien der Freunde weiterging.

Problematisch fand ich aber vor allem Abschnitt eins. Denn auch wenn ich die Geschichte von Anfang an spannend und interessant fand, so wurde ich doch nicht so richtig warm mit ihr. Irgendwann wurde mir klar, es liegt daran, dass mir TeTrois nicht sonderlich sympathisch war. Die Teile aus der Sicht von Eddie und Joju habe ich verschlungen, da war ich richtig drin in der Geschichte. Den Anfang fand ich eher zäh.

Auch wenn das jetzt nach ziemlich viel Kritik klang, so fühlte ich mich über die meiste Zeit doch sehr gut unterhalten und habe den Abenteuerroman durchaus genossen. Er ist nicht perfekt, aber doch unterhaltsam. Bei mir bekommt er 3,5 von 5 Sternen. Ich kann mir auch vorstellen, dass er bei der Zielgruppe gut ankommt – vorausgesetzt man kommt mit TeTrois irgendwie sehr bestimmenden und anstrengenden Art klar.

Donnerstag, 2. März 2017

Jana Herbst – Der Agent, meine Tochter & ich

Jana Herbst – Der Agent, meine Tochter & ich

Format: eBook
Seitenzahl: 395 Seiten
Verlag: Feelings
ISBN: 9783426444283















Sarah führt ein langweiliges verlässliches Leben und vergleicht sich selbst gerne mit einem Baumwollschlüpfer. Denn genau wie der ist sie zuverlässig, solide und berechenbar. Das war nicht immer so, aber seit der Geburt ihrer Tochter Lilly steht diese an erster Stelle und die Museumskuratorin führt ein ruhiges Leben.

Das ändert sich, als sie sich zu einer Clubnacht mit ihren Freundinnen überreden lässt. Denn dort trifft sie auf Lars. Nach einer heißen Nacht trennen sich ihre Wege, ohne, dass sie ihre richtigen Namen oder gar Telefonnummern ausgetauscht haben. Doch plötzlich steht Lars vor Sarahs Tür. Als Geheimagent ist er in einen Fall verstrickt, in dem auch Sarah eine Rolle zu spielen scheint.

Das ist der Beginn einer chaotischen Zeit, die das Leben der beiden auf den Kopf stellt.

Letztes Jahr habe ich mit viel Freude Highheels, Herz & Handschellen der Autorin Jana Herbst gelesen. Meine Erwartungen an Band 2, in dem übrigens auch Anna und Filip, die Protagonisten des ersten Bandes, kurz auftauchen, waren daher hoch. Und wurden übertroffen.

Sarah war mir noch sympathischer als Anna, und so konnte ich von Anfang an mit ihr mitfiebern und mitfühlen. Lars ist dabei ein wirklich toller Held, in den man sich als Leserin einfach verlieben muss. Und dann ist da noch die kleine Lilly, eine hochbegabte 7jährige, die mich immer wieder zum Lachen brachte. Überhaupt kam ich bei dem Roman aus dem Lachen und Schmunzeln kaum heraus. Die Seiten flogen nur so dahin und ich fühlte mich vorzüglich unterhalten.

Der Kriminalfall des Buches steht nicht richtig im Vordergrund, war aber so konstruiert, dass er mich mehrmals überraschen konnte. Wichtiger waren für mich aber die romantischen und die witzigen Aspekte, und die waren einfach grandios. Ich habe lange nicht mehr so gelacht beim Lesen und ich habe mich einfach von der ersten bis zur letzten Seite wohl gefühlt. Die Figuren sind lebensecht, voller Fehler und Zweifel, wirklich sehr menschlich und somit sympathisch und gut zum sich in sie hineinzuversetzen. So macht das Abtauchen in fremde Welten Spaß!

Wer gerne mal wieder Lachen möchte, der sollte zu diesem witzigen Romantic-Thrill-Roman greifen.

Ich werde mit Sicherheit auch die nächsten Werke von Jana Herbst lesen, denn mit ihrem Humor hat sie sich direkt in mein Herz geschrieben!

Sonntag, 26. Februar 2017

Interview mit Agnes M. Holdborg


(c) Agnes M. Holdborg
Heute habe ich ein neues Interview für euch. Ich hatte die Gelegenheit, die Autorin Agnes M. Holdborg zu interviewen. Und das hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Ich hoffe, ihr habt auch so viel Spaß beim Lesen! 


Liebe Agnes,
seit 2013 hast du mehrere Bücher veröffentlicht.
Wie kam es dazu? Wolltest du schon immer schreiben?

Hierzu antworte ich stets: "Das Schreiben ist zu mir gekommen." :) Und das stimmt tatsächlich. Gedichte und kleine Geschichten hier und da sind mir vorher schon in den Sinn gekommen, aber ein Roman? Nein! Doch dann kam es sozusagen über mich. Die Geschichte, die Protas entwickelten sich nach und nach. Tja, und dann ging es los.

Deine ersten Veröffentlichungen waren die ersten beiden Bände der Fantasy-Elfensaga „Sonnenwarm und Regensanft“. Warum hast du begonnen, im Bereich Fantasy zu schreiben? Fasziniert dich dieses Genre auch als Leser besonders?

Seit "Harry Potter" hat die Fantasy mich fest im Griff. Ich lese seitdem zwar auch andere Genres, liebe aber die Fantasiewelten ganz besonders.

Trotzdem sollte es in meiner Geschichte eigentlich nicht um Fantasy gehen. Mein Kopf hatte etwas völlig anderes im Sinn. Doch dann haben sich die Elfen Zutritt verschafft. Das war äußerst spannend. :)

Wieso hast du dich gerade für Elfen bzw. Halbelfen als Protagonisten entschieden?

Weil sie es wollten, lach. Zuerst sah ich nur verschwommen, dass Fantasiefiguren in meiner Geschichte mitmachen wollten. Aber das Bild wurde von Buchstabe zu Buchstabe klarer, und dann war sie da, die Elfenwelt – meine Elfenwelt.

Das war übrigens bei meinem Einteiler "Kuss der Todesfrucht" genauso. Ich hatte an ein witziges, fetziges Chick-Lit-Büchlein gedacht, bis plötzlich die Götter dazwischenfunkten.

Neben Fantasyromanen hast du auch einen Erotikthriller veröffentlicht. Wie kam es dazu? Und ließ er sich einfacher oder schwieriger als die Fantasyromane schreiben?


Das ist eine, wie ich finde, sehr interessante Geschichte, denn dazu bin ich wirklich auf einem vollkommen anderen Weg wie bei meinen Fantasy-Romanen gekommen:

Eine befreundete Autorin hatte mir ans Herz gelegt, bei einem Wettbewerb von Neobooks (gehört zum Drömer & Knaur-Verlag) mitzumachen. Es ging um erotische Literatur. Da auch meine Fantasy-Geschichten hier und da "prickelnde" Szenen enthalten, habe ich mich dazu überreden lassen. Also schrieb ich einen Beitrag, den ich damals schon, im Jahre 2014 (oder war es 2013 ??? J ), mit "Der Horizont ist nah!" betitelte. Prompt gewann ich die Teilnahme an einem entsprechenden Seminar im Verlagshaus von Drömer & Knaur in München. Das war eine supertolle Erfahrung. Dieser Beitrag, den ich geschrieben hatte, spukte mir seitdem im Kopf herum. Während eines Urlaubs auf meiner Lieblings-Nordseeinsel Ameland kam mir dann die zündende Idee.

Ein Thriller ist schon ein anderes "Kaliber", finde ich: der Spannungsaufbau, die Struktur, die Story. Nie habe ich ein Buch derart oft sozusagen "von hinten nach vorne" schreiben müssen, weil mir immer wieder neue Ideen kamen, die ich entsprechend "einpflanzen" musste. Außerdem ist dieses Buch rein aus der Perspektive der Protagonistin Janina geschrieben, was für mich eine weitere neue Herausforderung darstellte. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis allerdings mehr als zufrieden.

Auf was können wir uns in Zukunft von dir freuen? Wirst du auch noch weitere Genre ausprobieren?


Derzeit arbeite ich am fünften Teil von "Sonnenarm und Regensanft". Die Fantasy macht mir halt richtig viel Spaß. Aber ich schreibe auch an einem Geheimprojekt, und da geht es nicht um Fantasy. Mehr wird aber nicht verraten. Zudem wirbeln mir ein paar neue Ideen durch den Kopf. Leider bin ich zurzeit beruflich wie privat ein wenig "eingespannt", weshalb ich nicht so vorankomme, wie ich es mir wünsche. Doch auch langsam kommt man zum Ziel! :)

Wie entstehen deine Bücher? Hast du spezielle Schreibrituale? Schreibst du z.B immer am gleichen Ort oder zur gleichen Zeit?

Tatsächlich schreibe ich fast ausschließlich am selben Ort, nämlich in meinem Arbeitszimmer, das ich bei schönem Sommerwetter allerdings gerne mal auf den Balkon verlege. Zudem muss ich immer Schreibzeug zur Verfügung haben – überall! – am Nachttisch, in der Handtasche und und und, um mir Notizen zu machen. Ist ja klar!

Ansonsten schreibe ich, wann die Zeit es zulässt. Da gibt es keine Rituale oder Sonstiges. Außer eines: Ich brauche Ruhe. Musik oder ähnliches lenkt mich zu sehr ab. Und Fernsehen ist, seitdem ich schreibe, zur absoluten Nebensache geworden.

Was machst du, wenn du nicht schreibst? Bleibt neben dem Schreiben überhaupt noch Freizeit für Hobbys?

Wenig! Ich habe früher hin und wieder gemalt, aber mehr schlecht als recht. Das Schreiben liegt mir eindeutig mehr. :) Hin und wieder komme ich zum Basteln und Gestalten. Glückwunschkarten sind in dieser Hinsicht meine Domäne, und Dekorieren. Außer dem Schreiben fotografiere ich furchtbar gerne, was man an meinen Morgengrüßen auf Facebook und Instagram wohl nachvollziehen kann. :) Ansonsten macht mir natürlich Reisen sehr viel Spaß, und ich verbringe halt gerne Zeit mit meinen Lieben.

Kommst du auch noch zum Lesen? Wenn ja, gibt es ein Buch, das dich in letzter Zeit besonders beeindruckt hat und dass du uns ans Herz legen möchtest?

Im Moment ist die Zeit wirklich äußerst knapp, sodass ich kaum noch lese und wenn doch, dann rein zur Entspannung. Ich laufe auch keinen Hypes hinterher. Natürlich sind des Öfteren Bücher von Self-Publisher kolleginnen- und kollegen darunter, aber auch Nora Roberts oder Dan Brown oder Ken Follet, ach soooooo viele! – Wenn es die Zeit denn zulässt!

Du verkaufst deine Bücher signiert über die Online-Plattform Fanzauber, dem neuen Marktplatz für alles rund ums Buch. Wie wurdest du auf das Projekt aufmerksam? War für dich gleich klar, dass du dabei sein möchtest?
Sofort! Schließlich betreibt Ramona diesen Shop. Ich habe sie über Facebook kennen und schätzen gelernt, und ihre Ideen und ihren Tatendrang seit jeher bewundert. Mittlerweile ist weitaus mehr als eine Facebook-Freundschaft daraus entstanden. Wir haben uns schon des Öfteren persönlich gesehen, und ich freue mich auf ein baldiges Wiedersehen mit ihr. Für mich war sofort klar, dass ich bei ihrem Online-Shop mitmachen möchte, nicht nur wegen unserer Freundschaft, sondern weil ich es einfach für eine fabelhafte Idee halte, auf diesem Wege Leser, Autoren, Designer und Verlage zueinander zu führen.

Ich danke dir für das Interview.
Ich habe vor kurzem den ersten Band deiner Fantasy-Elfensaga gelesen und bin schon gespannt, wie die Geschichte weitergeht!


Oh, das freut mich außerordentlich! Ich möchte mich auch ganz herzlich bei dir für das tolle Interview bedanken! DANKE !!!


Mittwoch, 22. Februar 2017

Sean C. Jackson – Von hier nach da – Meditative Labyrinthe


Sean C. Jackson – Von hier nach da – Meditative Labyrinthe

  • Taschenbuch: 64 Seiten
  • Verlag: moses Verlag
  • ISBN-13: 978-3897779341
  • Danke an








Wer kennt sie nicht aus seiner Kinderzeit, die Labyrinth-Bilder, bei denen man einen Weg durch ein Gewirr an Wegen finden muss und dabei mit dem Stift in die eine oder andere Sackgasse fährt. Ich habe das als Kind recht gerne gemacht, später dann nicht mehr. Die kleinen Labyrinthe in Zeitungen oder Rätselbüchern sind ja aber meistens auch recht leicht.

Fasziniert hat mich jetzt die Vorstellung an ein ganzes Buch voll solcher Labyrinthe. Ich war aber auch etwas skeptisch. Ist das nicht viel zu einfach? Und damit zu langweilig?

Nein, das ist es nicht wirklich. Denn im Prinzip sind die Labyrinthe so wie die auf der Kinderseite der Zeitung, aber doch irgendwie auch anders. Zum einen sind sie größer, das Buch ist etwas größer als DinA4. Und dann sind sie auch och bunt und dreidimensional. Dadurch ist zum einen die Schwierigkeit viel höher als bei den kleinen schwarzweiß-Varianten, die ich von früher kannte, und zum anderen gibt es einfach viel mehr zu entdecken, macht es mehr Spaß, die Bilder anzuschauen.
Die Szenarien sind dabei vielfältig, es gibt Städtemit Wohnhäusern, Gärten, Burgen, Insel n und viel mehr. Mal rund, mal eckig, mal mit dickeren Wegen, mal mit dünnen, für Abwechslung ist wirklich gesorgt.

 Das Buch rät übrigens dazu, die Wege nur mit den Fingern abzufahren, so kann man es immer wieder benutzen.

Ich habe noch nicht alle Wege gesucht und gefunden, aber zwischendurch tauche ich immer mal wieder ein in die Welt der Labyrinthe und fühle mich zurückversetzt in meine Kindheit. Allerdings verlaufe ich mich heute viel öfter als früher. Und genau deswegen ist es für mich nicht so richtig entspannend und meditativ. Spaß macht es aber trotzdem.

Sonntag, 19. Februar 2017

Interview mit Papilonia

(c) Papilonia


Heute habe ich mal etwas anderes für euch als sonst, nämlich ein Interview. Und zwar nicht mit einem Autoren, sondern mit einer kreativen Person, die so allerlei rund ums Buch herstellt und verkauft, nämlich mit Jasmin von Papilonia.






Hallo Jasmin,

du hast dein Hobby zum Nebenberuf gemacht und verkaufst verschiedene selbstgemachte Produkte. Wie kam es dazu?

Ich bin schon immer künstlerisch veranlagt. Ich habe meinen Abschluss in Kunst gemacht, demnach verfolgt mich das schon immer J Nachdem ich hauptberuflich einen sehr „trockenen“ Job mache, brauche ich das als Ausgleich. Bis Oktober 2015 war ich nebenberuflich Nageldesignerin. Da ich schon damals immer wieder meinen Schmuck und meine Buchhüllen und Lesezeichen selbst gemacht habe, haben meine Kundinnen das gesehen und dann wurde auch mal gefragt, ob man das bei mir auch kaufen kann. Und nachdem mir das aber keinen Spaß mehr gemacht hat – nach 10 Jahren – habe ich meinen Nageltisch in eine Werkbank umgetauscht und mache jetzt nur noch das.
Dein Shop heißt Papilonia. 

Hat dieser Name eine besondere Bedeutung oder Geschichte?

Ja, hat es tatsächlich. Ich liebe Schmetterlinge. Sie begleiten mich schon mein ganzes Leben. Hab mir sogar mit 13 mein erstes Schmetterlingstattoo machen lassen J Und da ich dann irgendwas als namen wollte das mit Schmetterlingen zu tun hat, habe ich mich für Papilonia (abgeleitet vom französischen Papillon) entschieden J

(c) Papilonia
Dein Repertoire umfasst viele Produkte für Lesesüchtige wie Leseknochen, Buchtaschen und auch Lesezeichen. Darf ich davon ausgehen, dass Bücher eine große Rolle in deinem Leben spielen?

Ja, ich lese für mein Leben gern. Schon als Kind war das für mich die Art von dem Alltag wegzukommen und in andere Welten zu tauchen J Ich weiß sogar noch mein erstes Buch – Der kleine Prinz. Und auch dieser begleitet mich mein ganzes Leben J Und da ich so viel Lese und so gerne, habe ich auch einen eigenen Bücherblog J


Was findet sich denn außerdem noch in deinem Programm?

Ich mache eigentlich alles wofür ich die Zutaten habe. Schmuck, Leseaccessoires, Leseknochen, Uhren, Rosenkränze, Piercings (also Tunnel und Plugs mit selbstdesignten Anhängern) und genähtes von der Buchtasche bis hin zum Beutel.
(c) Papilonia

Hast du ein Lieblingsprodukt?

Ja, mein selbstdesigntes VerlierMeinNich. Das habe ich sogar zum Gebrauchswarenmuster angemeldet J Da bin ich schon sehr stolz drauf. Es ist ein verstellbares Lesezeichen das man in das Buch geben kann und in der Tasche nicht verloren geht.




Zur Herstellung deiner Produkte kommen verschiedene Techniken zum Einsatz. Macht dir eine davon besonders viel Spaß? Oder ist es gerade die Abwechslung von Nähen und dem Basteln mit verschiedensten Materialien, die dir Spaß machen?

Ich mag die Abwechslung. Am liebsten mag ich es aber neue Projekte zu testen. Neue Herausforderungen zu testen J Das mag ich besonders. Aber ansonsten ist für mich alles toll. Die Abwechslung finde ich gut. Dauerhaft immer nur das Gleiche zu machen würde mich aber wahnsinnig machen J

Nimmst du auch Auftragsarbeiten an?

Ich bestehe fast nur aus Auftragsarbeiten. Ich mag diese Massenprodukte nicht so. Klar biete ich das auch hin und wieder an, aber meine Fähigkeit – wenn man das so sagen kann – liegt darin, dem Kunden mit den wenigen Angaben, die er mir gibt, mit einem Lächeln zu bestücken J Deswegen biete ich auch zu 95 % nur auf Facebook an. Viele fragen immer, warum ich keinen Shop habe. Aber da ich eben fast nur personalisierte Sachen mache, ist ein Shop mehr was für Designer, die ihr festes Sortiment haben.

Seit kurzem verkaufst du auch im neu eröffneten Shop Fanzauber, in dem signierte Bücher und  verschiedene Produkte rund ums Buch angeboten werden. Wie wurdest du auf das Projekt aufmerksam?

Ramona und ich sind schon länger auf Facebook befreundet. Und da sie meine Produkte kennt, hat sie mich kurzer Hand angesprochen, ob ich dabei sein will.

War für dich gleich klar, dass du dabei sein möchtest? Was gefällt dir besonders an der Idee des Shops?

Wenn ich ehrlich bin, habe ich schon ein bißchen darüber nachgedacht. Es gibt ja nun schon so viele Shops wo selbstgemachte Dinge angeboten werden. Aber die Idee, dass man alles für Lesesüchtige auf einem Haufen bekommt finde ich toll. Mal sehen wie es sich entwickelt.

Ich danke dir für das Interview und wünsche dir noch viele kreative Stunden!

Vielen lieben Dank für die Fragen, es hat mir Spaß gemacht. J


Wer neugierig geworden ist, findet Papilonia und ihre Produkte im Fanzauber Onlineshop, bei Facebook und bei dawanda

Donnerstag, 9. Februar 2017

Thomas Thiemeyer – Evolution – Der Turm der Gefangenen


Thomas Thiemeyer – Evolution – Der Turm der Gefangenen


Audio CD: 460 Minuten
ISBN-13: 978-3945986394
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren




Mit letzter Kraft hatten sich die aus der Zeit gefallenen Jugendlichen am Ende des ersten Bandes in die Stadt der Überlebenden gerettet. Hier hoffen sie, sich etwas erholen zu können und auch mehr darüber zu erfahren, ob es Möglichkeiten gibt, wieder zurück in ihre Zeit zu kommen. Ihre Hoffnung steigt, als sie erfahren, dass sie nicht die ersten Zeitspringer sind. Doch die Oberen der Burg scheinen nicht zu wollen, dass sie etwas davon erfahren. Und Ärger und Gefahr droht nicht nur von den Burgbewohnern, auch untereinander entsteht Zwietracht. Außerdem  sind da ja immer noch die Squids und die Tiere, mit deren Angriffen immer gerechnet werden muss.

 Band 2 der Trilogie, die in der Zukunft spielt, knüpft direkt an Band 1 an. Wer den nicht kennt, ist in diesem Werk verloren. Bei wem die Lektüre schon etwas her ist, der bekommt im Laufe der Geschichte aber genug Informationen, um sich schnell wieder hineinzufinden und sich an das Wichtigste zu erinnern.

Ich war auf jeden Fall total schnell wieder in der Geschichte, tatsächlich sogar viel schneller als in Band 1. Schließlich kennt man jetzt schon die Gruppe der Jugendlichen und die Umgebung, in der sie gelandet sind. Eine ausführliche Vorstellung von Personen und Welt kann somit entfallen und man startet sofort mitten ins Abenteuer. Das ist, wie man es von Thomas Thiemeyer kennt, rasant und voller Action. Mal wieder schafft er es, Abenteuer und Wissen zu einem spannenden Werk zu verknüpfen. Evolution, Mythologien, Physik… die Mischung ist wieder äußerst faszinierend. Und das Thema der Ausgrenzung und Unterdrückung von Bevölkerungsgruppen, das eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt, ist leider sehr aktuell.

Neben vielen wissenschaftlichen und technischen Fakten kommt auch das Zwischenmenschliche nicht zu kurz. Die Beziehungen zwischen der Gruppe Jugendlicher und auch zu den Bewohnern der Stadt entwickeln sich weiter. Die Charaktere agieren dabei nachvollziehbar, sie sind weitgehend glaubwürdig und realistisch, auch wenn ich immer noch finde, dass sie sich etwas zu leicht mit ihrer Ausnahmesituation arrangieren. Aber das ist etwas, über das ich gut hinwegsehen kann, denn eigentlich habe ich gar keine Zeit, darüber nachzudenken oder mich zu wundern – viel zu tief bin ich in der Geschichte und fiebere mit Jem, Lucie und ihren Freunden mit.

Besonders leicht wurde mir das Eintauchen in die fremde Welt auch diesmal wieder durch die grandiose Umsetzung der Geschichte als Hörbuch gemacht. Wie schon im ersten Band beweist Mark Bremer hier wieder sein können. Allen Charakteren und Situationen verleiht er genau die richtigen Stimmen und Stimmungen. Gebannt hört man seinen Erzählungen zu, kann kaum abschalten. So vergehen die etwa 8,5 Stunden wie im Flug.

Der Turm der Gefangenen ist ein zweiter Band, der keinerlei Längen und Langeweile aufweist, wie das sonst oft bei den mittleren Bänden ist. Er erzählt ein ganz eigenes Abenteuer, ist komplett anders als der Auftaktband und passt doch wunderbar zu ihm. Er lässt einen in ein Abenteuer versinken und macht neugierig auf Band drei. Ich bin sehr gespannt auf das Showdown, von dem ich wirklich keine Ahnung habe, wie es aussehen wird. Thomas Thiemeyer hat es mal wieder geschafft, mich zu fesseln und neugierig auf mehr zu machen.

Wer Band 1 kennt, sollte sich Band 2 nicht entgehen lassen!